kaiserinwetter

 

 

WHEN GOSPEL MEETS THE BLUES
Jan Luley & Angela Brown Duo

Dieser Titel versprach viel schwarze Leidenschaft als ausverkauftes Eröffnungskonzert des Jahres in der Ehemaligen Synagoge Wetter. Und wahrlich: Raum greifend nicht nur durch ihr Stimmvolumen und mit komödiantischer Mimik zeigte Angela Brown den etwas überrollten Zuhörern, wie das aussieht, wenn man Gospel und Blues aus tiefster Seele liebt und lebt: Ein schwarzes Feuerwerk aus Witz und Charme mit der Aura einer legendären Bluessängerin der 20er Jahre.

Richtig in Szene gesetzt durch einen der namhaftesten deutschen Jazz- und Bluespianisten: Jan Luley. Und wenn man ihn spielen hört, dann hört man seine eigentlich schwarze New Orleans-Seele über die Tasten rasen, seiner Virtuosität, seiner Kreativität und seinem Charisma erliegen nicht nur die Damen.
Das ließ er schon beim Intro durchklingen, als er nebenbei erklärte, dass „Blues“ die Sorgen und Nöte der Menschen besingt und man sie im „Gospel“ mit Gott teilt. Schnell war klar: Noten braucht er nicht, seine 25-jährige internationale Erfahrung als Berufsmusiker, davon 10 Jahre Barrelhouse-Jazzband lässt das scheinbar alles einfach so aus ihm raussprudeln – bzw. aus seiner New Orleans-Seele. Angela Brown erntete ihre ersten Lacher, als sie erzählte, sie habe in Bayern Deutsch gelernt - also keine Grammatik - und dass sie außer „Frühstück“, Noch´n Bier“ und „ A Mass“ nichts fließend aussprechen könne.

Brauchte sie auch nicht, man verstand sie am besten in der Gospel-Zwiesprache mit Gott. Beim Titelsong der neuen gemeinsamen CD „God has smiled on me“ (übersetzt: Gott hat mich angelächelt) warf sie dieses Lächeln, was sie von oben einfing, immer wieder ins Publikum um zu zeigen, wie glücklich es macht, liebe Menschen anzulächeln. Oder bei „Jesus on the Mainline“, wo sie immer wieder auffordernd „Talk to him“ rief und auf deutsch einstreute: „Isch habe eine lange Liste  für God zu spreschen!“
Luley wusste kapriolenartig ihre Ausrufe zu untermalen, im Solo bassigen klassischen Blues mit verrückten federleichten Tastenläufen abzuwechseln, den Rhythmus nach Belieben umzubiegen und immer wieder butterweich in den Gesang überzuleiten. Fans von Jan Luley könnten schon fast enttäuscht gewesen sein, dass er nicht wenigstens ein Lied selbst gesungen hat; Szenefreunde behaupten von ihm er sei ein Sänger, der glaubt ein Pianist zu sein. Außerdem ein sehr lockerer Moderator.

Klassiker wie Gershwins „Summertime“ oder „Amazing Grace“ bekamen durch die beiden in der “traditionel-version” eine völlig neue, manchmal fremde Farbe aber bewiesen sehr viel Feingefühl der Musiker.
Erst spät traute sich das Publikum Stimmung bei zu steuern, rhythmisch zu klatschen beim traditionellen, flippig interpretierten „Good News“ oder das Solo bei „You didn´t want“ zu belohnen.
Was alles so locker-leicht aussah, ist das Ergebnis über 15-jähriger Zusammenarbeit und war ein besonderer musikalischer Leckerbissen in Wetter. Aber Jan Luley wird wiederkommen; dann zum dritten Mal!
Am 12. September feiert die Ehemalige Synagoge Wetter den Tag der offenen Tür!
Wen Jan Luley dazu mitbringen wird, bleibt noch ein Geheimnis...

 

 

 

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